Warum kann die Riester Rente nur ein Teil der privaten Altersvorsorge sein?

Das Thema private Altersvorsorge hat mich neulich mal wieder beschäftigt. Denn mein Riester Vertrag hat mir die voraussichtliche Ablaufleistung beschrieben. Die Riester Rente kann nur einen kleinen Teil der Altersvorsorge leisten, das steht schon mal fest.

Die Riester Rente gehört zu den Altersvorsorgeprodukten im privaten (und auch im betrieblichen) Bereich und wird durch geldliche Zuschüsse bzw. Steuervorzüge von staatlicher Seite unterstützt. Auch kann im Rahmen der Riester Rente selbstgenutztes Wohneigentum finanziert oder entschuldet werden (Wohn Riester).

Trotz staatlicher Unterstützung kann die Riester Rente aber nur einen Teil der privaten Altersvorsorge ausmachen, sagen Fachleute. Aber warum eigentlich? Sollte mit eben dieser privaten Altersvorsorge nicht die Lücke zwischen Lebenserhaltungskosten im Alter und gesetzlicher Rente gedeckt werden?

Im Jahr 2014 gab es ca. 16 Millionen Riester Renten Verträge. Dies ist schon ein ganz beachtlicher Wert bei einer Einwohnerzahl von rund 81 Millionen in Deutschland. Bei den Verträgen entfallen fast 11 Millionen auf Rentenversicherungen, gefolgt von Investmentfondsverträgen, Wohn Riester und Banksparplänen. Zur Wohn Riester Förderung kann man hier mehr lesen:

Viele Riester Verträge ruhen

Allerdings bestätigt das Finanzministerium, dass etwa 3,2 Millionen Riester Renten Verträge derzeit gar nicht bedient werden, sondern ruhen. Hier gibt es keine Förderung. Und die übrigen rund 12,8 Millionen Riester Renten werden nicht vollumfänglich bespart. Wird der Mindesteigenbetrag vom Sparer aber nicht erbracht, wird die staatliche Förderung auch nicht vollständig, sondern lediglich anteilig gewährt.

Ohne eine Förderung oder mit nur anteiliger Förderung geht das Konzept Riester Rente aber nicht im Sinne der Einführung dieser zusätzlichen Altersvorsorge auf. Vordergründiges Ziel ist es, dem sinkenden Rentenniveau mittels Riester Rente entgegenzutreten. Die Bundesregierung legt bei ihrer Kalkulation zur Riester Rente bestimmte, gut gemeinte Voraussetzungen zu Grunde: den Erhalt der vollen Förderung, eine durchschnittliche Verzinsung von 4 Prozent sowie Verwaltungskosten von etwa 10 Prozent. So zumindest die Zuversicht der Bundesregierung.

Die Realität sieht leider in vielen Fällen ganz anders aus. Gänzlich fehlende Förderung wegen dem Ruhen des Riester Vertrages oder anteilige Förderung, weil die Eigenleistung des Sparers nicht den Mindestvorgaben entspricht, sind keine Seltenheit. Ein niedriges Zinsniveau beherrscht den Markt, weshalb unter anderem die Garantieverzinsung der privaten Rentenversicherungen sowie der Kapitallebensversicherungen 2015 auf 1,25 Prozent (weiter) gesenkt wurde. Auch die Kostenquote liegt bei einigen Riester Renten Verträgen über den angesetzten 10 Prozent, manchmal „fressen“ die Kosten sogar die gewährten Zulagen „auf“. Die staatliche Rechnung „hinkt“ also in der Realität, zumindest in einigen Fällen und aus diesem Grund kann die Riester Rente nur ein Teil der privaten Altersvorsorge sein. Weitere Informationen zur Riester Rente kann man bei www.Riesterrente-vergleichsrechner.de erhalten.

Die Kalkulation der Regierung

Darüber hinaus weisen die Kalkulationen der Bundesregierung, trotz schöner Riester Bedingungen, ein mittleres bis geringes Versorgungsniveau aus. Gesetzliche Rente und Riester Rente werden demzufolge trotzdem in so manchem Rentenhaushalt nicht ausreichen, um den im Erwerbsleben realisierten Lebensstandard im Alter fortführen zu können. Auch in diesem Zusammenhang erklärt sich der Sachverhalt, dass die Riester Rente bei einigen Vorsorgesparern allein nicht ausreichen wird, eine der Höhe nach individuell erforderliche private Altersvorsorge aufzubauen.

Gemäß dem Rentenbericht der Bundesregierung liegt das Versorgungsniveau mit gesetzlicher Rente und Leistung aus Riester Renten Verträgen in der Zukunft nur um die 50 Prozent. Und dabei sind in der Kalkulation Riester Werte berücksichtigt, die es in der Praxis nicht „wie Sand am Meer“ gibt. Förderung in vollem Umfang, angemessene Verwaltungsgebühren sowie eine im Vergleich ansprechende Durchschnittsrendite finden sich sicherlich bei den existierenden, gut 16 Millionen Riester Verträgen, aber eben auch gänzlich andere Ausgangssituationen für die Kalkulation.

Fazit: Die Riester Rente kann bei dieser Darstellung nur als Teil der privaten Altersvorsorge angesehen werden. Um die tatsächliche Finanzlücke im Alter (zwischen gesetzlicher Rente und Riester Rente sowie den anfallenden Kosten) zu decken, bedarf es laut diesen Berechnungen weiterer Vorsorge für die eigene Rentenphase.